Forderung 2

Forderung 2 Hauptamtliche Stellenanteile

In allen Kirchenbezirken soll es hauptamtliche Stellenanteile für ausgebildete Popularmusikerinnen/-musiker und zusätzlich Bezirksbeauftragte für Popularmusik geben.

Für die Förderung der popularmusikalischen Aktivitäten und für eine beispielhafte Arbeit vor Ort braucht es authentische Ansprechpartnerinnen/-partner und Vorbilder, die mehr als nur „Zugang” zur Popularkultur haben. Diese Verantwortung an die Bezirkskantorinnen/-kantoren zu delegieren, ist eine Überfrachtung des bisherigen Berufsbildes und führt zu Überforderungen. Die Praxis zeigt, dass die Bezirkskantorinnen/-kantoren – auch aufgrund ihrer derzeitigen Ausbildung – vielfach von den popularmusikalisch Interessierten und Aktiven nicht als adäquate Ansprechpartnerinnen/-partner angesehen werden.

Ergänzend zur bisherigen kirchenmusikalischen Arbeit kann es Kooperationen zwischen Kirchenbezirken geben, die gemeinsam eine (Teil-) Anstellung ermöglichen.
„Wenn die Ressourcen der Kirchen zurückgehen, lässt sich die Profilierung kirchenmusikalischer Arbeit nur dadurch bewältigen, dass man „Zentren überzeugender kirchenmusikalischer Arbeit” schafft und von der Vorstellung Abschied nimmt, dass in hoher Dichte eine anspruchsvolle Ausstattung mit professionell betriebener Kirchenmusik möglich sei.”*

* „Kirche klingt”, EKD-Texte Nr. 99, 2009, S. 38

Stand Juni 2009

 

Rückmeldungen zu den Forderungen

1. Bernd Groß am 18.10.2009 um 17:39 Uhr
Ich unterstütze die 3 Forderungen der Arbeitsstelle. Die Popularmusik ist sicherlich noch im Teenager-Alter und es muss sich erst noch über eine Zeit herauskristallisieren, welches Liedgut und welche Lieder mehr sind als nur eine kurzfristige Modeerscheinung. Dennoch sollte die zeitgenössische christliche Musik etwas mehr Gewicht bekommen. Ich glaube nicht, dass es sakrale Musikstile gibt, die besser zum Lob Gottes geeignet sind als andere.

Bach hat aus einer Ansammlung weltlicher Stücke (damals Popularmusik) z. B. das Weihnachtsoratorium zusammengestellt. Dies zeigt, dass es notwendig ist, dass wir die zeitgenössische christliche Musik bewerten, ob damit Gottes Reich gebaut werden kann.Ich bin überzeugt, dass es nicht mehr reicht, Menschen hauptsächlich Orgelmusik in der Kirche zu bieten. Sehr viele Menschen finden zur klassischen Musik, sei sie nun kirchlich oder weltlich geprägt, keinen Zugang. Neueren Liedern kann man mit der Orgel in Rythmus und Klang oft nicht gerecht werden. Gerade aber die neuere Literatur wird inhaltlich oft besser verstanden, da sie näher an der Alltagssprache ist. Die klassische Kirchenmusik ist ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil in den Gottesdiensten. Aber es ist heute nicht mehr angebracht, die sog. Popularmusik in der Kirche als Zeitgeist- oder Modeerscheinung abzutun. Damit wird man den vielen seit Jahrzehnten begeistert singenden und musizierenden Christen in Gospel- und Jugendchören, Bands und JuGos nicht gerecht. Ich kann nur begrüßen, wenn das Liedgut auch und gerade auf professioneller Ebene in der Landeskirche vielfältiger wird und die Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter in diesen Bereichen (Chorleiter, Bandmusik) auch in der Kirche durch Hauptamtliche auf Bezirksebene vorangebracht wird.