Das war 2010

Ein paar Eindrücke von “unserem Berg” 2010.

 

Der Michelsberg 2010
Das Motto lautete “Lean on me – worauf du dich verlassen kannst!?

Gleich nach der Anreise wurden die 80 Teilnehmer erst einmal traditionell mit Kaffee und Kuchen begrüßt und nach der zum Teil langen Anfahrt gestärkt. Das übernahmen die fürsorglichen Aidlinger Schwestern, die sich sonst aber im Hintergrund halten und dabei zum Glück trotzdem keine Berührungsängste haben. Dann folgte der Eröffnungsnachmittag. Es ging mit allen auf die Suche nach dem legendären “Ferrero-Schatz”, ein 1 Kilo-Glas Nutella für das Siegerteam. (Für das zweite und dritte Team gab es jeweils nur ein 750 Gramm-Glas Nutella.) Ziel war mit einem ausgetüftelten Spielemodus wohl eher, das Gelände kennenzulernen und auszukundschaften. “Piraten, Pech und Pannen” hieß das Ganze und ratet mal, wie sich alle verkleiden sollten …

Der Abend stand dagegen ganz im Zeichen des Vertrauens. Nach einer kurzen Einführung wurden alle in kleine überschaubare Grüppchen aufgeteilt und die konnten dann verschiedene Vertrauensübungen ausprobieren. Der Tag endete mit dem sogenannten “ABENDLOB“, das einem die Gelegenheit gibt, den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen. Als Tüpfelchen auf dem “i” gab es – wie jeden Tag in jedem Jahr – im Anschluss noch das sogenannte “BETTHUPFERL“. Noch so eine Eigenheit auf dem Michelsberg: von den Schwestern gebackene Kekse und Tee als Gute-Nacht-Stärkung. Wer wollte, konnte den Abend später bei Gesprächen an der eigens eingerichteten Lean On–Bar ausklingen lassen.

Bereits vor dem Frühstück gab es die Möglichkeit, mit einem selbst gewählten “MORGENLOB” in den Tag zu starten. Vom schwäbischen “Schbaziergang mit em Herrgott” bis hin zum englischen “Good morning Jesus” gab es alles, um auch keinen Wunsch unerfüllt zu lassen. Die morgendlichen Impulse waren passend zum Thema und gaben einen Anstoß, ganz bewusst über >Vertrauen<, >Verlassen sein< und >Verlassen werden< nachzudenken und bei Interesse auch darüber zu diskutieren.

In den “THEMENTREFFS” (immer am späten Nachmittag zur gleichen Zeit) konnte man in ganz anderen Bereichen entdecken, worauf man sich verlassen kann. Die einen gingen auf die Suche nach dem roten Faden in ihrem Leben oder setzten sich mit der Verlässlichkeit der Zeugen des Neuen Testamentes auseinander. Wieder andere beschäftigten sich mit einem sehr ernsten Thema: “Diagnose Krebs – vom Glück verlassen”. Bei den “THEMENTREFFS” gibt es immer eine große Auswahl zwischen leichter Kost und tiefergehenden Inhalten, je nach Lust und Laune kann spontan ausgewählt werden.

Anlehnen war dagegen bei den “WORKSHOPS” (immer am frühen Nachmittag) eher die Ausnahme! Viele trieb es auf den Fußballrasen, auf die Slagline oder zum Jonglieren. Andere vertrauten auf ihre Spontaneität beim Impro-Theater oder verließen sich auf andere kreative Angebote. Manche spielten Rasenschach, auch bekannt als Kubb.

Das Abendprogramm wurde dieses Jahr von Ex-Schalke Pfarrer Jochen Dohm als Special-Guest bereichert, der über Fußball und Religion redete. Beides hat gemeinsam, dass es feste Rituale gibt wie das wöchentliche Treffen am Wochenende, (Fan-) Gesänge und Lieder oder eine Art Kleidungsnorm. Fußball sei jedoch keine Religion, sagte der Fußball begeisterte Pfarrer Dohm. Der Mensch werde durch Fußball nicht erlöst, finde keine echte Liebe, Vergebung oder auch Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Der Glaube an Gott verspreche den Menschen dagegen, tatsächlich heile zu werden, zu sich selbst, zu anderen und zu Gott zu finden. Ein besserer Mensch zu werden.

Die beiden letzten Tage:

• Samstag, 06.  November 2010

 Der heutige Tag drehte sich rund um das Thema “Christ sein an der Schule”. Wie kann ich Glauben leben und wie kann ich dies dann auch an andere weitergeben? In passenden Thementreffs fanden wir neue Denkanstöße für unseren Alltag, der uns nach dem Michelsberg wohl wieder erwarten wird.

Der Michelsberg ist auch jedes Jahr ein Ort, an dem man immer wieder neue Menschen kennenlernt, neue Kontakte knüpft und neue Freundschaften schließt. Das Impuls-Referat am Morgen beschäftigte sich mit dem Thema “Freund sein“, denn vor allem bei Freundschaften kommt es immer wieder auf Zuverlässigkeit an.

Die Atmosphäre am Nachmittag war richtig gemütlich, denn bei Kaffe und Kuchen in den kleinen Grüppchen war ausgiebig Zeit, sich über Gott und die Welt zu unterhalten, bevor es dann am Abend rasant bei einem “Speeddating” weiterging. Der Abend war ein wahres Fest! Alle hatten ihren Spaß, bei dem später im Wettkampf die Nachfolger von “Kluschi” ermittelt wurden. Aber das lasst euch lieber von Leuten erzählen, die dabei gewesen sind. Zu später Stunde gab es jedenfalls dann noch mit allen gemeinsam einen Tanz zu schottischer Musik. Der Michelsberg hatte wahrlich seinen Höhepunkt erreicht, darauf könnt ihr euch verlassen!

• Sonntag, 07.  November 2010

Leider ist auch immer auf die Zeit Verlass und der Tag des Bergabstiegs war gekommen. Die Zeit auf dem Michelsberg verging wie im Flug und einfach viel zu schnell. Der krönende Abschluss bildete heute unser “Wellness-Gottesdienst”, in dem es vieles interaktiv zu machen gab. Man konnte sich dem Psalm 23 auf ganz unterschiedliche Art annähern und auch erleben.

Über allem aber lag eine wehmütige Stimmung in der Luft. Die vier bereichernden und erlebnisreichen Tage auf dem “weltbekannten Schwesternberg” neigten sich dem Ende zu. Als man sich dann am Ende in der Abschiedskette gegenüberstand, waren die letzten Minuten auf dem Michelsberg eingeläutet.

Auch dieser Michelsberg war einfach wieder genial und eine Zeit, in der man zu sich kommen und gleichzeitig neue Erfahrungen sammeln konnte. Für jeden Geschmack war immer etwas dabei und es wurde echt nie langweilig. Schließlich kann man nur noch sagen: “Wir kommen zurück, verlasst euch drauf!”