25 April 2013 0 Comments

Brücken und Barrieren – Jugendliche auf dem Weg in die Evangelische Jugendarbeit

Das Evangelische Kinder- und Jugendwerk Baden, das Landesjugendpfarramt in Württemberg und das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) werden gemeinsam mit ihren Landeskirchen und dem renommierten Heidelberger Forschungsinstitut Sinus im Mai B&B2013 eine Jugendstudie veröffentlichen, die durch ihren qualitativen Ansatz tief in die Seele evangelischer Jugendlicher blicken lässt. Die untersuchten Themenfelder reichen dabei von allgemeinen Lebenserfahrungen bis hin zu ganz konkreten Begegnungen mit Kirche und Jugendarbeit: Was bedeutet Glück für Jugendliche? Was gibt ihrem Leben Sinn? Was stimmt sie traurig? Wie erleben Jugendliche die Konfirmandenarbeit, die Jugendarbeit und die Kirchengemeinde vor Ort? Wie werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wahrgenommen? Welche Bedeutung haben Glaube, Religion und Kirche überhaupt für sie? Welche Wünsche und Erwartungen äußern sie an die Jugendarbeit?

Der Fokus der Publikation liegt auf dem Übergang der Jugendlichen von der Konfirmanden- hin zur Jugendarbeit und somit auf der Frage, wie man diese erreichen kann. Durch das subjektorientierte  Vorgehen der Studie finden sich etliche Originaltöne Jugendlicher wieder, die – gleich einem Echolot – der gegenwärtigen kirchlichen Jugendarbeit Orientierung geben können. Dabei bietet Sinus im ersten Teil des Buches einen auf seinen bisherigen Jugendstudien aufsetzenden Forschungsbericht mit einer Typologie evangelischer Jugendlicher, die die verschiedenen Stimmenlagen dieser bündelt und bearbeitbar macht. Im zweiten Teil kommen Kenner der evangelischen Jugendarbeit zu Wort, die auf dem Hintergrund der differenzierenden Typen- und Lebensweltperspektive praxisorientierte Diskussions- und Handlungsimpulse für den Weg mit den Jugendlichen ausziehen. Mit der Publikation „Brücken und Barrieren – Jugendliche auf dem Weg in die Evangelische Jugendarbeit“ liegen erhellende und praxisorientierte Ausführungen für die evangelische Jugendarbeit vor. button_flyerbutton

14 März 2012 1 Comment

Die neue SINUS-Jugendstudie 2012

Die Jugend– und Erwachsenenmilieus des Heidelberger SINUS-Instituts sind in aller Munde und machen anschaulich, dass es DIE Jugendlichen oder DIE „Alten“ so nicht gibt. Anfang April erschien nun die Neu-Modellierung der Lebenswelten Jugendlicher U18: „Wie ticken Jugendliche 2012?“ Wie die bisherige entdeckt auch diese Studie aktuell 7 jugendliche Lebenswelten und bildet diese in einer sogenannten „Kartoffel-Grafik“ (da die Felder wie Kartoffeln aussehen) ab. Dabei konzentriert sie sich aber erstmals auf Jugendliche von 14 bis 17 Jahren, was einen konzentrierten und differenzierten Einblick in jene für unsere evangelische Jugendarbeit wichtige Altersgruppe ermöglicht. Diese Milieubrille lässt uns die (jugendlichen) Menschen um uns herum schärfer sehen – die Vielfalt ihrer kulturellen Vorlieben, aber auch ihre Haltungen zu Engagement, Umweltbewusstsein, Mediennutzung, Schule, Glauben usw. Für Ehren- wie Hauptamtliche in der Jugendarbeit sind damit hilfreiche Entdeckungen und ein immenser Gewinn an Verständnis und Anerkennung möglich: Denn nur, wenn man weiß, was Jugendliche bewegt, wird man mit ihnen in Bewegung kommen.

Hier für die schnelle und erste Information ein pdf-Factsheet vom Sinus-Institut samt zentralem Schaubild: Factsheet_Sinus-Jugendstudie_2012

Bitte auch den Service-Bereich (Downloads) beachten!

Ein paar „Geschmacks-Spuren“:

  • Leistungsforderungen bei gleichzeitig größtmöglicher Flexibilität schaffen immensen Druck für Jugendliche. Es entsteht der Eindruck, dass man keine Zeit zu vertrödeln hat.
  • Auf diesen Druck reagieren die Jugendlichen nicht mit Protest, sondern mit Pragmatismus und Nutzenkalkül: Was bringt mir und meiner Zukunft jenes Engagement? Was ist machbar? – Ideelle Vorstellungen sind kaum anzutreffen.
  • Erstmals stoßen wir in jugendlichen Lebenswelten auf ein sogenanntes „prekäres Milieu“, das kaum mehr anschlussfähig ist: Schwächere und benachteiligte Jugendliche werden massiv ausgegrenzt.
  • In der neuen Studie finden sich keine „traditionell“ tickende Jugendliche mehr: Damit wird abgebildet, dass die Orientierung an Tradition durch die gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen der letzten Jahre einen Modernitäts-Sprung erfahren hat. Traditionelle Orientierung zeigt sich heute anders als vor 5 Jahren noch. Für evangelische Jugendarbeit ist dies weit mehr als nur ein begrifflicher Wechsel! 
  • Die Lösungsstrategien und –logiken zum Bewältigen des Alltags unterscheiden sich in den 7 Lebenswelten: „Konservativ-Bürgerliche“, „Adaptiv-Pragmatische“, „Prekäre“, „materialistische Hedonisten“, „experimentalistische Hedonisten“, „Sozialökologische“ sowie „Expeditive“ ticken in Bezug auf Glauben, Schule, Medien, Engagement, Kultur deutlich verschieden.

Die Studie ist im Buchhandel und natürlich bei „ejw – Buch und Musik“ zu erhalten.

Gerne kommen wir aber auch direkt zu euch und euren Leitungsgremien, um anschaulich, lebendig und humorvoll jene aktuellen Lebenswelten zu vermitteln. So gewinnt ihr Verständnis, Spielraum und Entlastung für die eigene Arbeit vor Ort.

Solltest du Fragen haben oder den Wunsch, bei euch vor Ort die Studie näher kennenzulernen und sie im Gesamtkonzept “Lust auf Andere” zu verorten – einfach eine kurze Mail!

Und hier noch weitere informative Links:

Sinus-Direktor Marc Calmbach im Bayrischen Rundfunk (Kurzinterview)

Übergreifende Aspekte der Jugendwelten

Aktuelle Jugendszenen im Überblick