Für uns Zivis ist das Bergheim Unterjoch im Oberallgäu meist die alpine Erinnerung an die arbeitsame Zivibegegnung im Oktober oder sogar nur ein Empfänger für die „Häuserpost“.

Aber ein Haus, dessen Mitarbeiter und die Landschaft wirklich kennen zu lernen, zu dieser Gelegenheit finden wir in unseren kurzlebigen 9 Monaten quasi nie.
Quasi!
Doch, kam im Februar der Ruf aus den Bergen und es wurde wieder auf die einzig wahre und materialstellenanerkannte Weise entschieden: Ein Zivi wird zur Mithilfe ausgelost, dem Bergheim ein sommertaugliches Facelift zu verpassen.
Jan zieht den Kürzeren…
Also war ich dort. Tief im Süden von Bayern in einem Skitraumgebiet kurz vor Österreich. Berge, Schnee und Landleben. Diese Aussicht klingt doch fast wie ein idyllischer Headliner aus einem Allgäu-Reisekatalog, jedoch auf mich un(winter)sportlichen Zivi aus dem nordbadischen Rheintal anfangs eher weniger vielversprechend.
Unbegründet!
Denn im Zurückschauen wars fast wie Urlaub. Es war einfach eine erfrischende Sache, irgendwo ankommen, niemanden kennen, nirgendwohin können, nichts als einen Auftrag und die freie rohe Natur! Ins kalte Wasser gelost zu werden kann auch damit enden aufgefrischt zu werden.

Unter Anderem haben Hausvater Frieder und ich Schwenkgrill und Gartenmöbel replaziert, den Volleyballplatz bespielbar gemacht, das Gelände entunratet, alle trennbaren Sorten von Gerümpel beseitigt und Schränke zersägt. Hier und Da durfte ich auch den Küchenfeen zur Hand gehen oder sogar mal für Hausmutter Katharina am Rechner basteln. Und das Ganze empfand ich doch tatsächlich als angenehm! Diese unvorhergesehene Abwechslung lies mir spontan Raum für mich selbst, für Ruhe und Abstand, alles Dinge die davor wie Einsamkeit, Langeweile und Abgeschiedenheit aussahen. Großteils lag dies jedoch an dem netten und coolem Hausteam! Auch bei schlechtem Wetter…
Ohne Stress und Erwartungsdruck zu arbeiten ist wahrhaft erstrebenswert und ich bin dankbar für die Möglichkeit das am eigenen Leib mal erfahren zu haben, die gute Zeit, die gute Arbeit, das schöne Zimmer (geniale Aussicht!) und das gute Essen! Danke Leute!
Von Jan Steck