„Fachtag Kindesschutz“ der Evangelischen Jugend informiert über neues Bundeskinderschutzgesetz
0Am 24. Januar 2012 veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) in Hannover einen “Fachtag Kindesschutz” zum neuen Bundeskinderschutzgesetz – BKiSchG. Dieses neue Gesetz ist am 1. Januar 2012 in Kraft getreten und hat für die Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland weit reichende Folgen. Hauptreferent war Ministerialrat a. D. Prof. Dr. Dr. hc. Reinhard Wiesner, der federführend an der Entwicklung des Gesetzes beteiligt war. Rund 150 Praktiker(innen) aus der Kinder- und Jugendarbeit haben sich bei dieser Veranstaltung mit dem neuen Gesetz vertraut gemacht und bekamen wichtige Impulse für die Arbeit und den Umgang mit dem neuen Gesetz.
In seiner Einführung zum Thema entwickelte aej-Generalsekretär Mike Corsa einen kurzen Überblick über den schwierigen Weg, Kindeswohl und Kindesschutz in einem Gesetzeswerk wirksam zu verankern. Gleichzeitig betonte er, dass es notwendig sei, alle Mitarbeiter(innen) der Evangelischen Jugend stärker für dieses Thema zu sensibilisieren und zu qualifizieren. Dazu gehören eine eindeutige Haltung und Ausstrahlung der Evangelischen Jugend, die es Betroffenen und Opfern frühzeitig ermöglicht, sich vertrauensvoll an Mitarbeiter(innen) zu wenden, unterstrich Corsa.
Prof. Dr. Dr. hc. Wiesner stellte in seinem Vortrag Hintergrund und Struktur des neuen Bundeskinderschutzgesetzes vor, erläuterte das Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG) und informierte über die Änderungen im achten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB VIII). Kindesschutz sehe er als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sagte Prof. Wiesner, die in der Debatte leider sehr oft auf die Kinder- und Jugendhilfe abgeschoben wird. Im Verlauf seines Vortrags zeigte er, wie Schweige- und Anzeigepflichten, aber auch Beratungspflichten konkretisiert werden, sprach sich aber auch dafür aus, bei der Umsetzung des neuen Gesetzes in die Praxis die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen nicht aus den Augen zu verlieren. In der anschließenden Debatte mit den Zuhörer(inne)n wurde deutlich, dass viele Fragen zur Umsetzung noch offen und ungeklärt sind. Hier käme den Landesjugendämtern eine besondere Bedeutung zu, so Prof. Wiesner, um „Flickwerk“ bei Vereinbarungen auf lokaler Ebene zu vermeiden.
In zwei Workshop-Runden mit sechs konkreten Praxisimpulsen erhielten die Teilnehmer(innen) anschließend Anregungen für die Umsetzung des neuen Gesetzes bei ihrer Arbeit vor Ort. Das Vorgehen in Gefährdungssituationen, Präventionskonzepte in der Jugend(verbands)arbeit, Kindesschutz auf Freizeiten, Sicherstellung der Eignung von Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen sowie die Führungszeugnisfrage waren hier die Themen.
In der Fragerunde während des Abschlusspodiums mit den Referent(inn)en der Praxisimpulse wurde deutlich, dass das nächste halbe Jahr zeigen wird, wie das Bundeskinderschutzgesetz in der Praxis wirksam ist und welchen Herausforderungen sich die Träger der freien Jugendhilfe mit der Umsetzung des Gesetzes stellen müssen. Davon unberührt bleiben die fortwährenden Anstrengungen der Evangelischen Jugend, das Wohl und den Schutz von Kindern und Jugendlichen als ihren Anteil am gesellschaftlichen Auftrag zu verstehen.
Die Fachtagung wurde umfangreich dokumentiert.
Neue Schnittmuster – Konferenz zu ethischen Textilien
0
Neue Schnittmuster! Konferenz zu ethischen TextilienFreitag, 10. Februar 20129:00 – 17:00 UhrDGB-Haus Stuttgart
Veranstalter: DEAB Mitveranstalter: Brot für die Welt, ver.di Baden-WürttembergKooperationspartner: Evangelisches Jugendwerk in Württemberg, BDKJ, aktion hoffnung Rottenburg-Stuttgart e.V., VDMD
Auch bei der Bekleidung wollen immer mehr Menschen wissen was sie tragen. Unter Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards produzierte ethische Kleidung erobert den Markt. Immer mehr, meist kleine Anbieter offerieren eine breite Palette öko-fairer Mode vom hippen Shirt über schicke Kollektionen bis zur funktionalen Berufskleidung.
Gleichzeitig gibt es eine Vielzahl von Siegeln, Zertifikaten, Labeln, die den VerbraucherInnen Orientierung versprechen.
Unscharf bleibt jedoch, was faire Textilien sind. Wir wollen den Blick schärfen und unterschiedlichen Akteuren einen Zugang zu ethischen Textilien ermöglichen.
Mit Vorträgen geht die Konferenz am Vormittag den Fragen nach, was bisher bei der Durchsetzung von Sozialstandards in der industriellen Textilproduktionerreicht wurde, und was zukünftig nötig ist. Welche sozialen und ökologischen Standards und Zertifizierungen gibt es? Wie profitieren die ProduzentInnen von ethischen Textilien?
Thematische Foren am Nachmittag bieten spezifische Informationen für die öffentliche Beschaffung, für MultiplikatorInnen der Bildungsarbeit, für Weltläden, angehende ModemacherInnen und nicht zuletzt für KonsumentInnen.
Ein Flyer mit dem Prorgamm steht hier zum Download bereit.
Vorträge
· Erfolge, Misserfolge und Strategien bei der Durchsetzung von Sozialstandards in der Textilindustrie.Christiane Schnura, Koordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung
· exCHAINS: Ein internationales Projekt zum Recht auf Organisierung entlang der Textil-, Bekleidungs- und EinzelhandelsketteBernhard Franke, Landesfachbereichsleiter Handel, ver.di Baden-Württemberg
· Orientierung im Siegeldschungel: Ethische Textilien – woran man sie erkennt und wie man sie findet. Enrico Rima, Lebenskleidung, Berlin
· Faire Textilien – vom Nutzen für die ProduzentInnen, Berichte aus Bolivien, Indien, Mauritius
Foren
· Textilien – Ein geeignetes Sortiment für Weltläden?
· Faire oder ethische Textilien? – Transparenz in der Kundenkommunikation
· Textilien – ein Thema in der Bildungsarbeit. Methodenworkshop
· Von Gummihandschuhen, Bettwäsche und Uniformen: faire Textilien in der öffentlichen Beschaffung
· Stylisch: die Chancen des ethischen Modemarkts für Modedesigner – faire Stoffe und Verarbeitung
Rahmenprogramm
· Modenschau
· Ausstellung „Im Fadenkreuz – Hintergründe der Bekleidungsindustrie“
· Marktplatz mit Anbietern ethischer Mode
· FAIRwertung – faire Altkleiderentsorgung
· Textile Kette – ein interaktives Spiel
· Kurzfilme
Teilnahmebeitrag15,00 € incl. Kaffee und Mittagessen, zahlbar vor Ort
Förderer: eed, aktion hoffnung, Stiftung Umverteilen, Brot für die Welt, ver.di



