23 Mrz 2010

Der letzte Abschnitt beginnt!

Posted by Floh

Abschnitte der Sanierung

1967 wurde der Grundstein vom damaligen Jungmännerwerk gelegt.  Am 31. Oktober 1969 wurde der „Bernhäuser Forst“ eröffnet als die zentrale Tagungs- und Bildungsstätte des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg. Seit ihrer Eröffnung sind über 40 Jahre vergangen. 40 Jahre, die natürlich  an der Bausubstanz genagt haben, 40 Jahre, die auch zu zahlreichen Verschärfungen in der Gesetzeslage geführt haben. Bis es zum Beginn des letzten Sanierungsabschnittes kam, bedurfte es der Arbeit von drei Geschäftsführern des ejw.
Bilder aus 40 Jahren Segensgeschichte Bernhäuser Forst gibt es hier: www.ejwue.de/befo
Im Jahr 1997, noch zu Zeiten von Gerhard Elser, wurde im Hinblick auf die inhaltliche Konzeption der Tagungs- und Bildungsstätte „Bernhäuser Forst“, eine Studie durchgeführt, die auch die erforderlichen baulichen Maßnahmen und die wirt

schaftliche Situation untersucht hatte.
Auf dieser Grundlage wurde die Betriebskonzeption der Tagungsstätte, auch im Bewusstsein der „Rechte“ des ejw am „Haus Schmie“ entwickelt. Daraus erfolgte die Planung und schließlich 2002 unter Achim Ganßloser als Geschäftsführer die grundlegende Sanierung des Tagungsstättenbereichs des Bernhäuser Forst.
Mit einer Belegung von fast 15.000 Übernachtungen und weiteren 6.000 Tagesgästen hat sich der Bernhäuser Forst zur Tagungsstätte mit großer Bedeutung für das ejw, für die Württembergische Evangelische Landeskirche und auch für Unternehmen und Verbände entwickelt.

Mit Marcus Witzke als ejw-Geschäftsführer im Jahr 2006 wurde der Diskussionsprozess um den letzten und größten Sanierungsabschnitt wieder aufgenommen. Wie können der große Speisesaal, die Küche und der Tagungsraum „Filderblick“ vernünftig saniert werden? Schnell stellte sich heraus, dass eine Sanierung der bestehenden Gebäudeteile aus verschiedenen Gründen nicht sinnvoll ist. Zum einen gibt es, wie bereits beschrieben, zahlreiche neue gesetzliche Vorgaben zu berücksichtigen, zum Beispiel der sogenannte „Kellnergang“. Nach aktueller Rechtslage ist es nicht mehr erlaubt, dass das Personal den gleichen Flur zum Speisesaal benutzt wie die Gäste. Diese Auflage hätte sich im Bestand kaum erfüllen lassen. Zum anderen sind viele damals verwendete Baustoffe heute nicht mehr zugelassen und hätten bei einer Sanierung im Bestand aufwändig und kostenintensiv vollständig entfernt werden müssen. Gleichzeitig bot sich die Chance,  durch den Neubau das Gebäude-Ensemble neu gestaltet zu können. Es wurden drei Architekturbüros beauftragt, Vorschläge für eine Neukonzeption zu machen. Der Entwurf des Architekturbüros Keller aus Süssen wurde in einem anonymen Auswahlverfahren auf den ersten Platz gewählt und dann auch weiter verfolgt. Der große Gewinn dieser Lösung ist die Lage des Saalbereiches direkt beim bestehenden Eingangsbereich der Tagungsstätte. Künftig kann der Gast schon im Eingangsbereich alternativ direkt in den großen Multifunktions-Saal oder wie bisher in den Tagungs- und Bettenbau gehen. Daneben lässt die Form des Gebäudes mit seinem geschwungenen Dach Assoziationen einerseits zur Fildermesse, vor allem aber auch zu ureigensten christlichen Symbolen aufkommen, und stellt ein optisches Alleinstellungsmerkmal dar.

Nutzer

Wie bisher ist für die Säle eine sehr flexible Nutzung vorgesehen: Nutzung als Speisesaal aber auch als Veranstaltungs- oder Tagungsraum für größere Tagesveranstaltungen. Hier erwarten wir eine Steigerung der Nachfrage, da die Anordnung der Säle einen Parallelbetrieb, selbst mit mehreren Tagesveranstaltungen, neben einer Tagung mit Übernachtung zulässt.
In Psychologie und Pädagogik ist seit längerem die Rede von den sogenannten „Dritten Orten“. Gemeint sind damit Orte außerhalb des gewohnten Umfeldes, an denen Begegnungen und Auseinandersetzungen mit Fragen des Lebens und Glaubens möglich werden, an denen Fragen gestellt und Antworten gefunden werden können. Für junge Menschen und Menschen, die als Ehren- und Hauptamtliche Verantwortung in Kirche und Gesellschaft wahrnehmen, bietet das Evangelische Jugendwerk in Württemberg den Bernhäuser Forst als einen solchen Ort an. Orte und Räume als solche entziehen sich der Beliebigkeit. Jeder Ort hat seine Prägung und seine Bedeutung. Der Bernhäuser Forst versteht sich als ein Ort zur Vergewisserung des Glaubens an Jesus Christus und ermöglicht Begegnungen mit orientierenden Persönlichkeiten.

Künftiger Betreiber der Tagungsstätte

Die Tagungsstätte wird bisher als sogenanntes Profitcenter geführt, d. h. sie wird unabhängig vom Haushalt des ejw gebucht und ist für ihr Ergebnis selbstständig verantwortlich. Durch ein konsequent wirtschaftliches Handeln in enger Verbindung mit den inhaltlichen Anforderungen des ejw konnten in den letzten Jahren operativ positive Ergebnisse erzielt werden. Dabei galt wie in den vergangen 40 Jahren, dass die Landeskirche das Gebäude kostenfrei zur Verfügung stellt und das ejw für den laufenden Betrieb verantwortlich ist.
Leider wurde in den vergangen Jahren in den der Landeskirche gehörenden Tagungsstätten, außer dem Bernhäuser Forst, überall deutliche Verluste erwirtschaftet. Zur Minimierung dieser Defizite denkt die Landeskirche z. Zt. intensiv darüber nach ein Zentrales-Tagungsstätten-Management einzuführen. Dabei sollen künftig die vier Tagungshäuser in Bad Boll, Bad Urach, Birkach und der Bernhäuser Forst zentral im Oberkirchenrat verwaltet und gemanagt werden.
Das ejw würde trotz erfolgreicher Arbeit bis heute die Verantwortung für das Haus an den Oberkirchenrat abgeben müssen, und dieser wäre künftig für alle wirtschaftlichen Entscheidungen zuständig. Ein Mitspracherecht bei Belegung und Ausgestaltung würde beim ejw verbleiben. Ob dies im Blick auf den Bernhäuser Forst zu besseren Ergebnissen führen würde, möchte ich an dieser Stelle in Frage stellen. Ein intensiver Diskussionsprozess um die beste Lösung für alle Häuser der Landeskirche wird gerade geführt. Die Sommer-Synode 2010 wird vermutlich darüber entscheiden, wie es künftig weitergehen wird. Bitte begleiten Sie den Diskussionsprozess intensiv mit Ihrem Gebet und im Gespräch mit Ihren Synodalen vor Ort.

Weitere Informationen und aktuelle Bilder zum Bau- und Betreiberprozess werden wir laufend hier auf unserer Bau-Webseite http://befo.ejw-blog.de veröffentlichen

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