15.04.2011
Der Truck ist angesagt
Donnerstag, den 14 April 2011
Nun sind wir also in Livingstone bei den Viktoria Falls angekommen. Seit dem Start in Lusaka am Dienstagmorgen hat sich wieder einiges ereignet. Schon am Montagabend machte sich mein Magen bemerkbar. Zunächst gar nichts Besonderes. Der Start für die angesagten 158 Kilometer verlief durchaus akzeptabel. Der Verkehr aus Lusaka heraus morgens um 6.00 Uhr hielt sich in Grenzen. Nur die ungewohnten roten Ampeln hielten uns etwas auf. Die Angaben waren relativ einfach: den ganzen Tag die gleiche Straße, mal eine kleine Kurve, dann wieder geradeaus. Die Landschaft hat sich total verändert. Bis ca. 30 km vor Lusaka waren größere Hügel die Regel. Es ging da ständig auf und ab. Jetzt wird alles sehr viel flacher, keine Berge, keine Hügel, mal 20 Meter rauf, dann wieder etwas runter. Vor Lusaka gab es viele kleine Dörfer und deshalb auch Märkte und etwas zu trinken. Jetzt werden die Abstände immer größer. Es gibt größere und auch durchaus gepflegtere Städte. Dazwischen aber 30 – 40 Kilometer nichts. Ab und zu kommt der Eingang zu einer Farm. Die Rinderfarmen hier scheinen sehr viel größer zu sein und auch eingezäunt. Der Tarmac, der Asphalt rollt leicht. Der Wind kommt leider nicht immer von hinten, aber auch nicht direkt von vorne.
Nach der Ankunft im Oasis Camp bin ich erschöpft. Irgendwie stimmt etwas nicht. Und dann kommt der …. mit Macht. Ich bin öfter auf der Toilette, als mit lieb ist. Irgendwie habe ich auch keinen Appetit. Bin einfach nur müde, müde, müde,…
Den Mittwoch nehme ich trotzdem in die Pedale. Immerhin ist jetzt das Frühstück von 5.30 Uhr auf 6.00 Uhr verlegt. Aber wir kommen deshalb auch erst um 6.30 Uhr auf die Straße. Nach 75 ermüdenden, anstrengenden Kilometern erreiche ich endlich den Lunchtruck. Keinen Meter mehr weiter. Einfach sitzen und schlafen. So erbärmlich habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Das Zelt aufbauen nach Ankunft im Camp geht nur sehr langsam. Ich suche mir einen Platz in der Nähe der Toilette. Das Klopapier ist ständig griffbereit. Trotz allem schlafe ich ziemlich gut. Mein Essen beschränkt sich auf zwei Scheiben Toastbrot und zwei kleine Kartoffeln, mehr ist nicht drin.
Der nächste Tag (Do.) ist klar: kein Kilometer mit dem Rad. Der Truck ist angesagt. Trotzdem: Zelt abbauen, alles verpacken (wo ist das … papier. Toilette besetzt. Truck wartet. Schon wieder Stress.
Noch ein sehr kurzer Kommentar zum Wetter: Wir scheinen die Regenzeit hinter uns gelassen zu haben. Die letzten Tage war es tagsüber stabil warm bis sengend heiß. Sobald aber jetzt die Sonne untergeht, wird es doch recht kühl. Nach 18.00 Uhr ist eine Fließjacke durchaus angenehm. Nachts brauche ich jetzt den Schlafsack. Der ist angenehm warm. Davor ist es dank dem klaren Himmel morgens frisch und damit Tau und dadurch das Zelt sehr durchnässt. Das wird jetzt eher zunehmen. Seit ich also unterwegs bin habe ich das Zelt höchstens 1-3 x trocken einpacken können.
In Livingstone angekommen, kann ich mir beim Zelt aufbauen Zeit lassen. Kaum steht mein Zelt, kommen die schnellsten Fahrer völlig entspannt ins Camp. Es ist 11.00 Uhr. Die letzten werden erst gegen 16.00 Uhr ankommen. Heute Mittag kam dann plötzlich der Hunger. Vorher hatte ich nur das Bedürfnis zu schlafen und nichts zu tun. Und es blieb alles drin! Langsam, ganz langsam kommen auch die Kräfte wieder.
Kommentar zu Duschen, Wasser und Toiletten:
Oh Afrika. Deine Duschen und Toiletten hatten auch schon bessere Zeiten. Oder? Entweder fehlt das Wasser, weil keines da ist, oder weil die Leitung nicht funktioniert. Wenn es dann gut geht, steht eine Tonne und ein Eimer daneben. Oder die Spülung ist so konstruiert, dass eine Unmenge an Wasser verbraucht wird, bis tatsächlich gespült ist. Da ist es dann bei 70 Leuten nicht selten, dass nicht alles gespült ist. Auch der Boden sieht dann entsprechend aus. Auch die Türen sind nicht das was wir uns unter Türen vorstellen. Toilettenpapier ist höchst selten anzutreffen. Tunlichst sollte jeder sein eigenes dabei haben. Duschen kann auf sehr unterschiedliche Weise gemacht werden. Kalt Wasser, Pumpe, Wasserfass, Eimer und Schüssel. Die Umgebung kann einladend oder aber nicht unbedingt Vertrauen erweckend sein. Fazit bleibt aber: auch eine „Dusche“ ist auf jeden Fall besser als keine!! Insofern ist hier jeder dankbar, wenn es die Möglichkeit zum Duschen gibt. Wobei der Wasserverbrauch individuell sehr verschieden ist.
Werner Bitzer am 14.04.2011 per E-Mail aus Livingstone
Redaktion: Eberhard Fuhr
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