16.05.2011
Das Normale wieder schätzen lernen
Hallo zusammen,
nun kommt also mein „letztes“ E-Mail aus Afrika. Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhr ich heute mit dem Taxi zum Cable Car. Von dort ging es dann in 2 Stunden auf den „Gipfel“ des Tafelberges. Leider war die Aussicht doch etwas getrübt. Nach einem Kaffee und einer Schokoladentorte musste ich mich entscheiden: 95 Rand (ca. 25 EUR) für die Talfahrt oder 90 Minuten wieder zurücklaufen. OK lieber anschließend ein Eis essen und zu Fuß. So kurz nach 15 Uhr war ich dann wieder unten.
Soll ich noch nach Observatory fahren, oder gleich ins Hotel? Also nach dem besagten Eis ging es dann nach Observatory zum einkaufen. Es klappte auch alles, so wie ich mir das gewünscht und vorgestellt hatte. Endlich auch einmal richtige Entscheidungen getroffen. Nun kann ich beruhigt packen, essen, schlafen und auf das Taxi um 14.00 Uhr morgen am Dienstag warten (ist schon bestellt). Um kurz vor 18.00 Uhr soll dann der Flieger starten. Ich warte dann wieder auf das was ich jetzt „surprises“ nenne. Also was für Überraschungen oder unerwartete Ereignisse werden noch kommen? Oder wird tatsächlich jetzt alles vollends normal verlaufen? Nachher werde ich hier im Restaurant noch nach einer Portion „Spätzle“ mit Soße fragen. Das ist mir jetzt lieber als alle Fleischspeisen.
Noch ein paar „philosophische“ Gedanken:
In den letzten Tagen ist mir immer wieder während des Radelns der Vers „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück…“ durch den Kopf gegangen. Beim Radeln ist es oft ähnlich. Fast jeder sieht nur nach vorne, der „Rückblick“ ist nur ganz selten. Dabei ist auch das eine Perspektive. Aber in der Regel richtet sich der Blick doch sehr stark auf das was kommen wird und nicht auf das, was schon war.
Begonnen habe ich mit einem Berg, dem Mount Meru in Tansania im Nebel und beendet habe ich die Reise nun wieder mit einem Berg – dem Tafelberg. Berge spielen in der Bibel und in meinem Leben doch eine gewisse Rolle oder haben Bedeutung. Hier wohne ich im 19, Stock. So weit oben habe ich noch nie „gewohnt“. Ich wohne doch lieber weiter „unten“. Hier im Ritz werde ich noch Weltmeister im Aufzugfahren.
Ich freue mich wirklich sehr darauf, euch alle wieder zu sehen. Es ist gut, dass nun alles sein Ende findet und zuhause ein Neues – Altes weitergehen kann. Europa, Deutschland, das Schwabenländle und Walddorfhäslach insbesondere haben schon ihre besonderen Reize! Das merkt man dann schon auch in Afrika mit dem Strom, dem Wasser, dem Grün, den Blumen, den Bäumen, den Straßen und vielem anderen mehr. Wir leben in einem sehr privilegierten Landstrich dieser Erde. Das wird einem im Alltag gar nicht so bewusst. Vielleicht muss jeder Mal in die „Fremde“ gehen um das Normale wieder schätzen zu lernen.
Hoffentlich bis bald!!
Und bis wir uns wiedersehen halte Gott seine schützende Hand über dich.
Aus Capetown
Werner Bitzer
(Redaktion: Eberhard Fuhr)
















































