Archiv für die Kategorie "06: Lilongwe-Victoria Fälle"

Eberhard Fuhr

Der Truck ist angesagt

Donnerstag, den 14 April 2011

In Lusaka

Nun sind wir also in Livingstone bei den Viktoria Falls angekommen. Seit dem Start in Lusaka am Dienstagmorgen hat sich wieder einiges ereignet. Schon am Montagabend machte sich mein Magen bemerkbar. Zunächst gar nichts Besonderes. Der Start für die angesagten 158 Kilometer verlief durchaus akzeptabel. Der Verkehr aus Lusaka heraus morgens um 6.00 Uhr hielt sich in Grenzen. Nur die ungewohnten roten Ampeln hielten uns etwas auf. Die Angaben waren relativ einfach: den ganzen Tag die gleiche Straße, mal eine kleine Kurve, dann wieder geradeaus. Die Landschaft hat sich total verändert. Bis ca. 30 km vor Lusaka waren größere Hügel die Regel. Es ging da ständig auf und ab. Jetzt wird alles sehr viel flacher, keine Berge, keine Hügel, mal 20 Meter rauf, dann wieder etwas runter. Vor Lusaka gab es viele kleine Dörfer und deshalb auch Märkte und etwas zu trinken. Jetzt werden die Abstände immer größer. Es gibt größere und auch durchaus gepflegtere Städte. Dazwischen aber 30 – 40 Kilometer nichts. Ab und zu kommt der Eingang zu einer Farm. Die Rinderfarmen hier scheinen sehr viel größer zu sein und auch eingezäunt. Der Tarmac, der Asphalt rollt leicht. Der Wind kommt leider nicht immer von hinten, aber auch nicht direkt von vorne.

Eine Pause ist angesagt

Nach der Ankunft im Oasis Camp bin ich erschöpft. Irgendwie stimmt etwas nicht. Und dann kommt der …. mit Macht. Ich bin öfter auf der Toilette, als mit lieb ist. Irgendwie habe ich auch keinen Appetit. Bin einfach nur müde, müde, müde,…

Den Mittwoch nehme ich trotzdem in die Pedale. Immerhin ist jetzt das Frühstück von 5.30 Uhr auf 6.00 Uhr verlegt. Aber wir kommen deshalb auch erst um 6.30 Uhr auf die Straße. Nach 75 ermüdenden, anstrengenden Kilometern erreiche ich endlich den Lunchtruck. Keinen Meter mehr weiter. Einfach sitzen und schlafen. So erbärmlich habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Das Zelt aufbauen nach Ankunft im Camp geht nur sehr langsam. Ich suche mir einen Platz in der Nähe der Toilette. Das Klopapier ist ständig griffbereit. Trotz allem schlafe ich ziemlich gut. Mein Essen beschränkt sich auf  zwei Scheiben Toastbrot und zwei kleine Kartoffeln, mehr ist nicht drin.

Der nächste Tag (Do.) ist klar: kein Kilometer mit dem Rad. Der Truck ist angesagt. Trotzdem: Zelt abbauen, alles verpacken (wo ist das … papier. Toilette besetzt. Truck wartet. Schon wieder Stress.

Noch ein sehr kurzer Kommentar zum Wetter: Wir scheinen die Regenzeit hinter uns gelassen zu haben. Die letzten Tage war es tagsüber stabil warm bis sengend heiß. Sobald aber jetzt die Sonne untergeht, wird es doch recht kühl. Nach 18.00 Uhr ist eine Fließjacke durchaus angenehm. Nachts brauche ich jetzt den Schlafsack. Der ist angenehm warm. Davor ist es dank dem klaren Himmel morgens frisch und damit Tau und dadurch das Zelt  sehr durchnässt. Das wird jetzt eher zunehmen. Seit ich also unterwegs bin habe ich das Zelt höchstens 1-3 x trocken einpacken können. 

In Livingstone angekommen, kann ich mir beim Zelt aufbauen Zeit lassen. Kaum steht mein Zelt, kommen die schnellsten Fahrer völlig entspannt ins Camp. Es ist 11.00 Uhr. Die letzten werden erst gegen 16.00 Uhr ankommen. Heute Mittag kam dann plötzlich der Hunger. Vorher hatte ich nur das Bedürfnis zu schlafen und nichts zu tun. Und es blieb alles drin! Langsam, ganz langsam kommen auch die Kräfte wieder.

Kommentar zu Duschen, Wasser und Toiletten:
Oh Afrika. Deine Duschen und Toiletten hatten auch schon bessere Zeiten. Oder? Entweder fehlt das Wasser, weil keines da ist, oder weil die Leitung nicht funktioniert. Wenn es dann gut geht, steht eine Tonne und ein Eimer daneben. Oder die Spülung ist so konstruiert, dass eine Unmenge an Wasser verbraucht wird, bis tatsächlich gespült ist. Da ist es dann bei 70 Leuten nicht selten, dass nicht alles gespült ist. Auch der Boden sieht dann entsprechend aus. Auch die Türen sind nicht das was wir uns unter Türen vorstellen. Toilettenpapier ist höchst selten anzutreffen. Tunlichst sollte jeder sein eigenes dabei haben. Duschen kann auf sehr unterschiedliche Weise gemacht werden. Kalt Wasser, Pumpe, Wasserfass, Eimer und Schüssel. Die Umgebung kann einladend oder aber nicht unbedingt Vertrauen erweckend sein.  Fazit bleibt aber: auch eine „Dusche“ ist auf jeden Fall besser als keine!! Insofern ist hier jeder dankbar, wenn es die Möglichkeit zum Duschen gibt. Wobei der Wasserverbrauch individuell sehr verschieden ist.

Werner Bitzer am 14.04.2011 per E-Mail aus Livingstone
Redaktion: Eberhard Fuhr

Weitere Informationen:

Eberhard Fuhr

Rücksichtslose Busfahrer

Montag, 11. April 2011

Ein paar Notizen zum gestrigen Tag.
Nach dem ich das Internetcafé gestern verlassen habe, bin ich über die Mall geschlendert. Ich konnte nicht verstehen, wo ich gelandet bin. Es ist hier eine andere Welt in der Mall. Hier kannst du alles bekommen. Etwas teurer – aber alles, was jeder so „braucht“. Ich bin also in den „Spar“. Der ist so riesig, dass unser „Netto“ eine Nebenabteilung ist. Das erschlägt mich fast. Nach langem Suchen und Schlendern habe ich dann folgendes eingekauft:

  • 2 Äpfel (Neuseeland)
  • 1 Fl. Saft
  • 1 Fl. Wasser
  • 1 Fl. Cola
  • 1 Fl. Wein (Südafrika)
  • 2 Tafel Schokolade (wirklich gut)
  • 1 Kuchen

Zusammen 76.000 Kwacha (entspricht so ungefähr 20 €)

Vielleicht noch ein paar Worte zu den Überlandbussen hier. Das sind wirklich gefährliche rollende Fahrzeuge. Hier tut jeder gut daran, diesen Geschossen aus dem Weg zu gehen. Die Fahrer heizen über die Landstraße, als ob ausser ihnen niemand unterwegs sei. Manchmal habe ich eine richtige Wut auf diese rücksichtslosen Fahrer. Ein Radfahrer zählt hier nichts – aber auch rein gar nichts.

Die nächsten Tage versprechen auch ziemlich hart zu werden. Morgen stehen 158 km auf dem Programm. Am Mittwoch dann 188 km und am Freitag 152 km. Dann werden wir in Livingstone ankommen und zwei freie Tage haben. Je nachdem wie der Wind, der Tarmac, die Hitze, der Verkehr, die Hügel, Berge oder was auch immer sein werden, wird die Strecke ganz unterschiedlich ausfallen.

Ich fühle mich zwar etwas müde, aber sonst eigentlich ganz ok. Ich freue mich wieder in den Sattel zu steigen. Bisher kein Plattfuß, keine Probleme mit dem Rad. Dem Hinterteil tun die Ruhetage schon ganz gut.

Ansonsten gibt es nicht viel Neues zu berichten.

Werner Bitzer am 11.04.2011 per E-Mail aus Lusaka
(Redaktion: Eberhard Fuhr)

Eberhard Fuhr

Notizen und Versuch eines Berichtes

Mittwoch, den 6. April 2011
152 km / 700 Höhenmeter / 6 Stunden Fahrzeit /Start 6.00 Uhr Ankunft 13.30 Uhr
Gutes Wetter, angenehme Temperatur (ca. 26 Grad) fühle mich sehr gut.
Nehme die Malaria Prophylaxe jetzt nicht mehr abends, sondern nach der Ankunft mittags. Seither geht es mir mit der Verdauung besser
Die Straßen sind meistens flach, guter Wind, Trinkflaschen morgens vergessen, abends auf dem Truck wiedergefunden. Deshalb heute 4 Cokestopps. Grenze problemlos. Habe ich mich beim Umtausch übers Ohr hauen lassen?
Abends Regen. Zeitweise starker Gewitterregen. Ausgerechnet beim Essen.
Es gab gute Lasagne. Bin gespannt, wie es morgen wird. 177 km und 1.000 Höhenmeter

Donnerstag, 7. April 2011 aus Petauke
Wunderbarer Sternenhimmel. Kreuz des Südens. Drei Teilnehmer waren interessiert.
Dusche möglich, aber wie. Neue Währung, umrechnen …

Freitag, 8. April 2011
Letztes Cmp auf 450 mtr.
Sehr heiss, nicht sehr schön
Bin 3 km zurück und Bier getrunken.
Nettes Gespräch mit Eric
Dusche mit der Pumpe
Wasserverbrauch
Durst ohne Ende
Mit Tuch zugedeckt in den Morgenstunden

Samstag, 9. April 2011

Versuch eines Berichtes
Nun sitze ich also am Samstagabend im Zelt. Draußen nieselt es leicht. Es ist 19.00 Uhr. Ich bin ziemlich müde. Heute war ein sogenannter Mando-Day. Es standen 148 km und 1.800 Höhenmeter auf der Tagesordnung. Der Start heute morgen war wie üblich um 6.00 Uhr. Das Zelt vom Regen der letzten Nacht noch feucht und nass. Aber was soll’s „stopp it in“, also einfach einpacken. Immerhin ist es zum Frühstück (im Dunkeln) trocken. Millipup, Sirup, Banane genehmige ich mir heute. Aber ich packe vorsichtshalber wieder meine Regenjacke ein. Der Himmel ist bedeckt. Keine Sterne zu sehen. Und ich werde sie doch brauchen. Der Anfang ist ziemlich hart. Für die ersten 18 km brauche ich fast ein Stunde. Es geht ständig auf und ab. Aber mehr auf als ab. Die Füße sind noch schwer. Sie wollen einfach nicht in die Gänge kommen. Aber den anderen geht es vermutlich genauso. Die meisten kommen auch nicht schneller voran. Ständig geht es auf und ab. Das strengt sehr an. Nach 30 km kommen wir über eine Brücke. Es wurde uns gesagt, dass wir ja nicht fotografieren sollten. Aber wer steht mitten auf der Brücke bei fotografieren? Eine Mitarbeiterin der TDA.
Kurz danach ein Dorf. Mit vielen Verkaufsständen und getrockneten Fisch. Fast alle machen halt, trinken etwas und machen viele Bilder. Danach geht es steil bergan. Immerhin geht es jetzt besser. Lange Steigungen sind besser zu verkraften als dieses ständige auf und ab.
Wir sollen uns für Hotel in Kapstadt einen Partner suchen.
Ebenso für den Peloton für die Zeit nach Lusaka und in Botswana
Jetzt 4 Wochen unterwegs.
2.700 km liegen hinter mir und  22.000 Höhenmeter

Werner Bitzer per E-Mail am 10.04.2011 aus Lusaka
(Redaktion: Eberhard Fuhr)

 

Von Lilongwe zu den Viktoria-Fällen

Start:
Am 06.04.2011 in Lilongwe (Malawi)
Ziel:
Am 16.04.2011 bei den Victoria-Fällen (Sambia)
Dauer:
9 Tage
Entfernung:
1.215 km
Ruhetage:
12.04.2011: Lusaka
16. – 17.04.2011: Victoria-Fälle

Die ejw-Weltdienst-Tour 2011